21.02.2008
E.ON Ruhrgas ist als Investor für ein neues Projekt zur Erdgasverflüssigung (LNG) im westafrikanischen Äquatorialguinea ausgewählt worden. Dies verkündete das zuständige Energieministerium des Landes am 19. Februar. E.ON Ruhrgas wird an mehreren Stufen des Projekts - von Gasinfrastruktur und -sammlung bis hin zur Verflüssigung mit einem Anteil von fünf Prozent beteiligt sein.
Als Investor hat E.ON Ruhrgas außerdem eine prominente Ausgangsposition bei der Vermarktung der produzierten Mengen.
„Der Einstieg in unser erstes integriertes LNG Projekt ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Diversifizierung unserer Gasbezugsquellen. Dies ist auch für die künftige Versorgungssicherheit unserer Märkte von hoher Bedeutung", sagte Dr. Jochen Weise, Mitglied des Vorstandes der E.ON Ruhrgas AG, zuständig für Gaseinkauf und -handel.
Die Partner des Projektkonsortiums werden zunächst eine Machbarkeitsstudie für das Gesamtprojekt erstellen und die technische und wirtschaftliche Durchführung konkretisieren, um auf dieser Basis eine Investitionsentscheidung zu treffen. Neben E.ON Ruhrgas, die sich als Newcomer in dem sogenannten „Train 2" dieses LNG-Projekts durchsetzen konnte, gehören die staatliche Gasgesellschaft Äquatorialguineas Sonagas (30%), die US-amerikanische Marathon (35%), die japanischen Mitsui (8,5%) und Marubeni (6,5%) sowie die spanische Union Fenosa Gas (5%) dem Konsortium an. Die ersten vier waren bereits an der Realisierung des „Train 1" des LNG-Projekts beteiligt.
In Afrika liegen rund acht Prozent der weltweit nachgewiesenen Gasreserven. In Zeiten eines weltweiten Nachfragewettbewerbs um begrenzte Energieressourcen ist es besonders wichtig, dieses Potenzial zu erschließen. Südlich der Sahara ist Äquatorialguinea neben Nigeria und Angola als Energielieferant bedeutend. Das Land verfügt über nennenswerte Erdgasvorkommen und seit kurzem auch über eine produzierende Erdgasverflüssigungsanlage.
Verflüssigtes Erdgas, das per Tankschiff transportiert wird, gewinnt für die europäische Erdgasversorgung an Bedeutung. Es wird erwartet, dass sein heutiger Anteil von rund 10 Prozent am Erdgasaufkommen der EU27 bis zum Jahr 2020 auf rund 18 Prozent steigt.